Es krabbelt, hüpft, fliegt, rennt, stinkt – und ist essbar

Schreiben über Essen. Keine leicht Übung. Versuchen wir es. Mit einem kleinen Ruck die Flügel abreißen. Es knistert ein wenig. Beherzt zubeißen. Jetzt knackt es leicht zwischen den Zähnen. Fast vorwurfsvoll haben die toten Augen der braunen Heuschrecke uns angesehen, vor dem Verzehr. Der Geschmack: Leicht nussig. Die Textur erinnert an … an was eigentlich?…

Der lächelnde Überlebende

Chum Mey sitzt über einer Schüssel Reis an einem kleinen Tisch unter einem Baum am Zaun des Schulgeländes. Schulgelände? Ja. Das berüchtigte Foltergefängnis S-21 an der 103. Straße in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh war vor der Zwangsräumung der Stadt durch die Roten Khmer 1975 ein Gymnasium. Chum Mey kam 1978 hierher. Warum? Das weiß er…